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Governance und Normsetzung

Forschungsgruppen 16 - 18

In der vernetzten Gesellschaft beobachten wir einen tiefgreifenden Wandel sozialer Koordinierungs-, Steuerungs- und Rechtsetzungsprozesse. Unsere Forschungsgruppen untersuchen, wie sich deren Bedingungen, Formen und Gegenstände im Zuge der digitalen Transformation verändern.

Politische, rechtliche und technische Ordnung der Digitalisierung

Die Forschungsgruppen untersuchen, wie sich die Mechanismen zur Ordnung sozialer Phänomene in der vernetzten Gesellschaft verändern.

Die digitale Transformation setzt staatliche Institutionen und Regelwerke unter Druck. Deren Fähigkeit zur Steuerung sozialer Konflikte wird durch die Verlagerung relevanter Regelungskompetenzen auf supranationale Ebenen und Machtverschiebungen zu privaten Akteuren zunehmend herausgefordert.

Es wird auch an technischen Lösungen gearbeitet, eine möglichst „vertrauenslose“ Kooperation zwischen global verteilten Akteuren zu ermöglichen – mit potenziell weitreichenden Implikationen für bestehende wirtschaftliche, rechtliche und soziale Systeme.

Zudem entwickeln sich im Zuge einer fortschreitenden gesellschaftlichen Datafizierung neuartige Formen von Regulierung auf der Basis automatisierter und vernetzter Informations- und Entscheidungssysteme.

Durch die Vorhaben der Forschungsgruppen beteiligt sich das Weizenbaum-Institut an der Theoriebildung über die politische, rechtliche und technische Ordnung der Digitalisierung und leistet damit einen Beitrag zur demokratischen Selbstbestimmung in der vernetzten Gesellschaft.

Forschungsgruppen

Verlagerung in der Normsetzung

Verlagerung in der Normsetzung

Ziel der Forschungsgruppe ist es zu analysieren, inwiefern die Digitalisierung die Fähigkeit von staatlichen Akteuren und Institutionen verändert bzw. beschränkt, bestimmte Lebensbereiche effektiv zu regulieren. Anlass sind Transformationsprozesse, die solche Fähigkeiten einerseits von der nationalen auf die internationale Ebene und andererseits von hoheitlichen Institutionen auf private Akteure und technische Konfigurationen verschieben. Vor diesem Hintergrund findet auch eine soziologische Analyse statt, die die sozialen Dimensionen solcher Prozesse einordnet.

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Vertrauen in verteilten Umgebungen

Vertrauen in verteilten Umgebungen

Automatisierte Datenverwaltung und -verarbeitung wird in der Öffentlichkeit häufig mit Intransparenz und einem Kontrollverlust der Menschen verbunden. Gleichzeitig erfreuen sich dezentrale Systeme wie Bitcoin einer beispiellosen Beliebtheit. Solche Systeme sind sowohl in Bezug auf ihre Funktionsweise als auch auf die in ihnen gespeicherten Daten transparent. Dadurch versprechen sie die Abschaffung von Intermediären und Vertrauensankern und somit die Förderung von Bottom-Up-Ansätzen.

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Quantifizierung und gesellschaftliche Regulierung

Quantifizierung und gesellschaftliche Regulierung

Die Forschungsgruppe untersucht, ob – und wenn ja, wie – sich Regulierung durch den Einsatz zeitgenössischer automatisierter Informations- und Entscheidungssysteme verändert. Mit „ubiquitous computing“, Big Data und Künstlicher Intelligenz (KI) gehen neue Praktiken der Quantifizierung und Bewertung einher, deren Rolle in Regulierungsprozessen ebenso wie ihre demokratischen Implikationen weiterer Untersuchung bedürfen. Um diese Forschungslücke zu schließen, verknüpft die Forschungsgruppe sozialwissenschaftliche und informatische Perspektiven miteinander.

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