Andreas Weigend: People for the Data

Dr. Andreas Weigend, Gründungsmitglied des Digitalrats der Bundeskanzlerin, ist zu Gast am Weizenbaum-Institut und spricht über einige verbreitete Illusionen über digitale Daten.

Ort: Weizenbaum-Institut, Hardenbergstraße 32, 10623 Berlin


Zeit: Montag, 1. Oktober 2018 13:00 Uhr


Weizenbaum meets


Welche Daten sammeln Unternehmen online über uns und wie werden diese verwendet, um Gewinne zu erzielen? Wie können wir uns vor Datenausbeutung schützen und unsere Onlinedaten sogar zu unserem eigenen Vorteil nutzen? 

Während des letzten Jahrzehnts haben Unternehmen persönliche Nutzerdaten als gewinnbringende Einnahmequelle für sich entdeckt. Während Nutzer*innen im Internet nach Informationen suchen, E-Mails senden oder einkaufen, hinterlassen sie einen digitalen Fußabdruck, der, für sie selbst nicht sichtbar, von zahlreichen Seiten verfolgt, gespeichert und zu großen Datenmengen aggregiert wird. Jede einzelne Onlinenutzung erzeugt viele sensible Informationen, die für Unternehmen von enormem Wert für die Analyse von Nutzungsverhalten sind. Zweifelsohne hat die digitale Ökonomie für Nutzerinnen und Nutzer viele Vorteile: Sie erleichtert ihren Alltag und gestaltet sowohl Online- als auch Offlinearbeit effizienter. Verkehrsnavigation oder automatische Übersetzung wären nicht möglich ohne eine hochentwickelte Analyse von Nutzerdaten. Gleichermaßen können persönliche Daten auch missbraucht werden, um Nutzer*innen zu identifizieren, zu überwachen oder sie für Werbezwecke ins Visier zu nehmen – eine Quelle großer Verunsicherung weltweit.

In Anbetracht dieser Kontroverse wirbt Dr. Andreas Weigend, Gründungsmitglied des Digitalrats der Bundeskanzlerin, für zwei Ansätze, um die Machtdifferenzen zwischen Internetnutzer*innen und Daten sammelnden Unternehmen zu verringern. Unternehmen rät er zu vollständiger Transparenz: Konsument*innen müssen über die Datensammlung und -analyse sowie mögliche Konsequenzen lückenlos aufgeklärt werden. Des Weiteren müssen Onlineuser vollständige Kontrolle über ihre eigenen Daten haben. Aber was heißt das genau?

In seinem Vortrag wird Dr. Andreas Weigend einige verbreitete Illusionen über digitale Daten diskutieren. Er argumentiert für eine bessere Aufklärung über Daten, damit Nutzer*innen verstehen, welche Daten sie offenbaren sollten, um gewünschte Vorteile von ihrer Internetnutzung zu erzielen, und welche nicht. Weder sollten Bürger*innen leichtfertig all ihre Daten mit Onlineanbietern teilen, noch sich vollends einschränken lassen durch die Gefahr von möglichem Datenmissbrauch. Stattdessen schlägt Dr. Andreas Weigend eine neue Mentalität vor, die sich auf die Chancen der Datennutzung fokussiert. 

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