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Verlagerung in der Normsetzung

Forschungsgruppe 16

Ziel der Forschungsgruppe ist es zu analysieren, inwiefern die Digitalisierung die Fähigkeit von staatlichen Akteuren und Institutionen verändert bzw. beschränkt, bestimmte Lebensbereiche effektiv zu regulieren. Anlass sind Transformationsprozesse, die solche Fähigkeiten einerseits von der nationalen auf die internationale Ebene und andererseits von hoheitlichen Institutionen auf private Akteure und technische Konfigurationen verschieben. Vor diesem Hintergrund findet auch eine soziologische Analyse statt, die die sozialen Dimensionen solcher Prozesse einordnet.

Digitalisierung und Vernetzung haben zu zahlreichen neuartigen Technologien, Medien und Nutzungsformen geführt, die einerseits gesellschaftlich wünschenswerte Funktionen erfüllen und neue Möglichkeiten eröffnen, andererseits aber auch rechtliche Standards und hoheitliche Akteure herauszufordern scheinen.

Anliegen der Forschungsgruppe ist es zu analysieren, inwiefern die Digitalisierung die Fähigkeit von staatlichen Akteuren und Institutionen verändert bzw. beschränkt, bestimmte Lebensbereiche effektiv zu regulieren. Anlass sind insoweit beobachtete Transformationsprozesse, die solche Fähigkeiten einerseits von der nationalen auf die internationale Ebene (z. B. im Urheber- und Datenschutzrecht) und andererseits von hoheitlichen Institutionen auf private Akteure und technische Konfigurationen verschieben (z. B. durch Gemeinschaftsstandards in sozialen Netzwerken). Diese Analyse schließt die Ergründung der Legitimationsstrukturen solcher Transformationen und – gegebenenfalls – ihre Kritik mit ein.

Ein weiteres Anliegen ist die sozialwissenschaftliche Analyse der Interdependenzen von digitalen und analogen Konventionen, die ebenfalls Auswirkung auf juristische Standards haben kann, wenn beispielsweise soziale Praktiken an der Wirklichkeit normativer Standards vorbeigehen.

Beiden Vorhaben wohnt damit ein deskriptives wie auch ein normatives Element inne. Die Verknüpfung rechts- und sozialwissenschaftlicher Perspektiven und Methoden ermöglicht so einen kritischen, konstruktiven und interdisziplinär gewinnbringenden Blick auf die „Rechtswirklichkeit“ der vernetzten Gesellschaft.

Mitglieder der Forschungsgruppe

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